Willkommen in der virtuellen Kartause in Hildesheim.

im Kloster Loccum zu Gast...
im Kloster Loccum zu Gast...

Lieber Besucher, dieser Webseite,

 

es freut mich, dass Sie meine kleine Webseite zur Geschichte der Hildesheimer Kartause und des Kartäuserorden gefunden haben.

Ich habe in den letzten 5 Jahren versucht, ein wenig zur allg. Geschichte der Hildesheimer Kartause zu recherchieren und das Suchen und Finden dauert an.
Zum anderen habe ich ein paar Informationen rund um den Kartäuserorden zusammengetragen, die auf anderen Webseiten öffentlich verfügbar ist.


Der Kartäuserorden ist einer der ältesten Orden in der Geschichte der katholischen Kirche und zudem eine Besonderheit in der Welt der kirchlichen Orden. Denn die weißen Mönche, wie sie auch oftmals voller Hochachtung genannt werden, führen ein strenges zurückgezogenes Leben, abgeschieden von der Welt durch hohe Klostermauern.
Besuchern ist der Zugang zu einer Kartause in aller Regel verwehrt, es sei denn es handelt sich um persönliche Verwandte der dort lebenden Mönche, denen es gestattet ist, an 2 Tagen im Jahr, ihre Angehörigen die als Priestermönche oder Laienbrüder in der Kartause leben zu besuchen.
In ein paar Kartausen gibt es auch kleine Kapellen, wo man, auch als Besucher, zu bestimmten Zeiten an einer Messe teilnehmen kann.

Nichts ist diesen Männern und Frauen, die als Kartäuser ihre Berufung gefunden haben, mehr zuwider als der weltliche Trubel und Rummel, der Lärm unserer Welt.
Das war schon 1084 auch ein Grund für den hlg. Bruno von Köln, sich mit seinen 6 Gefährten weit zurückzuziehen vor der mittelalterlichen Welt, in das abgelegene Bergtal (La Chatreuse) der französischen Alpen, nahe Grenoble.

Aus Respekt und Hochachtung vor dem Wirken, dieser Männer und Frauen, und aus geschichtlichen Interesse an dem Orden sowie an der Lebensweise, habe ich diese Webseite rund um die Hildesheimer Kartause gestaltet.

So finden Sie unter anderem Themen, wie:

 

Seit dem 14. Jhd. gab es eine kleine Karthause, zu Beginn vor der Stadt, und im 16.Jhr. innerhalb der Stadtmauern.

Heute ist nur noch das "Karthaus" als Verwaltungs Gebäude Flügel des St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim erhalten.

 

Ich möchte mit dieser Webseite auf diesen Orden der "weißen Mönche" aufmerksam machen, ein Orden der seit seiner Gründung im 11. Jhr durch den hlg. Bruno von Köln.

 

....Im Jahre 1084 erlaubte ihm sein Abt, in der nahe gelegenen Einöde von Sêche-Fontaine eine Einsiedelei zu errichten. Bald schlossen sich Bruno weitere Einsiedler an, und das Gelände in Sêche-Fontaine wurde zu klein. So stellte Bischof Hugo von Grenoble Bruno ein Gelände im Chartreuse-Gebirge in den französischen Alpen zur Verfügung, wo Bruno mit sechs Gefährten eine größere Einsiedelei, die Große Kartause, errichtete....

 

Der Orden der Karthäuser besteht fast nahezu seit seiner Gründung in unverändeter Form fort.

Ihr Wahlspruch:
Stat crux dum volvitur orbis (Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht).

 

Diese Webseite soll sich zum einen mit dem Leben der Karthäuser in ihrer frei gewählten Einsamkeit und dem kontemplativen Tagesablauf, befassen, zum anderen soll hier auch mein Hobby: Das Mittelalter nicht zu kurz kommen.


Und auch wenn manch ein Besucher jetzt die Nase rümpfen möge, das man so eine kontemplative Lebensweise, die Hinwendung zu Gott, nicht mit so einer profanen Darstellung/Schauspielkunst entwürdigen sollte, so möchte ich entgegnen, das ich mit meinen Auftritten im Habit der Karthäuser, diese Männer und Frauen Tribut und Ehre zollen möchte, indem ich eben auf die glanzvolle Geschichte und Tradition dieses Orden hinweise.

In diesen Zeiten, wo die Kirchenbänke sich leeren, die Menschen sich abwenden von der Kirche, aus Ärger und Verunsicherung, aufgrund aktueller Vorkommnisse in den Bistümern und in der Kirche als solche, aber dennoch ein hohes Maß an Sehnsucht nach Spiritualität und der Suche (nach einem Sinn im Leben)haben, soll diese Seite auch ein bescheidener, kleiner Ort sein, wo vielleicht etwas gefunden werden kann.

 

Die Suche nach Gott, nach der Begegnung mit dem göttlichen, ist auch heute ein Thema von vielen Menschen, die sich von der Kirche abgewendet haben, oder auf der Suche nach ihrem eigenen Lebensweg sind.

Das kontemplative Gebet, die Kontemplation als ur- christlicher Weg, als Zugang zu einer höheren Wahrheit, haben schon die alten christlichen Mystiker und Wüstenväter genutzt.

 

So würde es mich freuen wenn Sie, lieber Besucher, hier an diesem Ort Inspiration finden, ihren Wissensdurst stillen können, und einen Moment der Stille und des Friedens finden können.

 

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit in meiner virtuellen Kartause, und wenn Sie dennoch etwas stören sollte, Sie einen Wunsch an mich haben, oder in Kontakt treten möchten, nur zu!

 

Alles Gute, und möge der Friede und Segen Gottes Sie auf all Ihren Wegen begleiten!

 

Ulf Hanebuth

Die Geschichte der Hildesheimer Karthause

Die Kartause „Domus Claustri Beatae Mariae“ wurde durch Bischof Gerhard 1388 gegründet, als Dank für den Sieg über Herzog Magnus I. von Braunschweig-Wolfenbüttel in der Schlacht von Dinklar.

 

Einst vor den Toren der Dammstadt gelegen, im späteren Verlauf dann wurde sie innerhalb der Stadtmauern verlegt.

Im Jahr 1777 hob man das Kloster auf, nachdem der Hildesheimer Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen, im Einvernehmen mit Papst Pius VI. und Kaiser Joseph II., das Vermögen und die Liegenschaften der Kartause zur Verbesserung der Einkünfte des Priesterseminars bestimmt hatte.

 

Am 11. Juni 1852 gründete der Hildesheimer Bischof Eduard Jakob Wedekin im sogenannten „Karthaus“, dem Südflügel der säkularisierten Karthause, das heute noch bestehende St. Bernwardskrankenhaus.

Die erste Kartause(1387) lag einst vor den Toren der Stadt(links im Bild)
Die erste Kartause(1387) lag einst vor den Toren der Stadt(links im Bild)

Die Reformation in Hildesheim, ein dunkles Kapitel voller unchristlicher Taten gegenüber unter anderem den Kartäusern.

Nicht dauernd sollte das Lebensschicksal Dietrich Lohers mit der Kölner Kartause verknüpft bleiben.
Der Glaubens-kampf in Deutschland rief den rastlosen Mann aus St. Barbara ab, damit er auf einem besonders gefährdeten Posten für seinen Orden und seine Kirche einstehe: im Jahre 1539 wurde er Prior der bei Hildesheim vor dem Dammtore gelegenen Kartause Marienkloster (Claustrum Mariae) ".
Die alte Bischofsstadt Hildesheim, ringsum von protestantischen Nachbarstädten und Landesherren umgeben, bildete damals die letzte noch uneroberte Burg der alten Kirche in Niedersachsen; doch war es höchst zweifelhaft,
ob sie sich noch weiterhin werde behaupten können.
Schon am 19. September 1532 hatten die Anhänger der neuen Lehre in einem stürmischen Auftritt auf dem Rathause einen Vorstoß gegen das katholische Bekenntnis unternommen. Es war gelungen, den Angriff abzuwehren, und die Wahl des aufrichtig katholischen Hans Wildefüer zum Bürgermeister (5. Januar 1533) schaffte zunächst noch einmal ausreichende Sicherheit gegen eine gewaltsame Durchführung der Reformation. Trotzdem die Nachbarn unablässig
zum Eintritt in den Schmalkaldischen Bund drängten, kam doch der Beschluß zustande: so lange weder ein Konzil noch der Kaiser -Anderungen in der Religion herbeiführten, wolle Hildesheim bei den alten Zeremonien bleiben. Wenn drei Jahre nach diesem Beschluß die Leitung der Kartause an Dietrich Loher übertragen wurde, so konnte das nur den Sinn haben, daß man an einer so bedrohten Stelle einen im Sturm erprobten Kämpen haben wollte.
Das tat allerdings not, denn sobald mit Wildefüers Tod (28. Dezember 1541) die katholische Religion in Hildesheim ihre festeste Stütze verloren hatte, richtete sich der Rat, der aus politischen Gründen Anschluß an den Schmalkaldischen Bund suchte, auf einen Wechsel des in der Stadt herrschenden Bekenntnisses ein. Es ward ein Ausschuss gebildet, dessen Mitglieder ,,Verordnete der Religionssache" hießen und nun in den Klöstern, darunterauch in der Kartause, den Besitz an Kleinodien in Silber und Gold, Seide, Zierat und Perlen, sowie Siegel und Briefen im Auftrage des städtischen Regiments aufzeichneten und unter Verschluß nahmen.

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31 Zu den folgenden Ausführungen vgl. A. B e r t r a m, Geschichte
des Bistums Hildesheim, 2. Bd. (Hildesheim und Leipzig 1916) 134 f.
167f . Hauptquel lei s t hier die Chroni k des Johan Oldecop, hr sg.
von K. Euling, in: Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart
190 (Tübingen 1891) 243.257.

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Auch zwang man die Kartäuser (24. Juli 1542), das sog. Mündelsche Stiftungskapital
in Höhe von 2700 Goldgulden an die Stadt auszuliefern.
Das waren aber nur die Vorboten dessen, was sich am Tage der entscheidenden Abstimmung, am 27. August, abspielen sollte. Gedrängt von den Fürsten und Städten des Schmalkaldischen Bundes, hatte der Rat auf diesen Tag die sechs ,Bäuerschaften" zur Stimmabgabe eingeladen. Sie fiel zugunsten der neuen Lehre aus.

Sofort wurde eine Kommission gebildet, die sich der kirchlichen Wertsachen und Urkunden zu bemächtigen hatte. Mehrere Mitglieder dieses Ausschusses drangen noch am selben Tage in die Kartause ein, öffneten Schränke und Truhen und brachten die Kostbarkeiten und Papiere, soweit der Prior sie nicht vorsorglich hatte fortschaffen lassen, auf das Rathaus.

 

Einen Monat später, am 28. Septemb er 1542, geriet die Kartause in neue, schlimmere Not. An diesem Tage hatte der Rat nach Schließung aller katholischen Kirchen und Klöster ausrufen lassen, niemand aus der Stadt dürfe den Dom zut Zeit des Gottesdienstes betreten.

 

Die Kartause wurde aufs neue geplündert, und die Mönche wurden fünf Tage hindurch gefangen gehalten. Dann zwang man sie, die Kutte auszuziehen und in der eigenen Kirche lutherische Predigten anzuhören, in denen sie gedrängt wurden, die neue Lehre anzunehmen und zu heiraten.

Die hierbei auftretenden Prädikanten wurden aus klösterlichen Einkünften besoldet, nachdem zwei lutherische Provisoren die Verwaltung der Klostergüter übernommen hatten.

 

Allein diese Versuche, die Mönche im Marienkloster von ihrem Glauben und Klosterleben abtrünnig zu machen, scheitertenl kein einziger von ihnen ging zur Neuerung über.

Diese Festigkeit war in erster Linie das Verdienst des wackeren Priors Dietrich Loher.

 

Mit Recht sah man in ihm die Seele des ganzen Widerstandes. Wollte man mit der Kartause fertig werden, so musste zuerst ihr Prior weg. Am 10. April 1545 verhängte der Rat der Stadt über Dietrich Loher die Verbannung. Er verließ die Stadt und wurde noch im gleichen Jahre Prior der Kartause "Maria Saal" in Buxheim bei Memmingen.

Das Kartäuserkloster


Die Kartause „Domus Claustri Beatae Mariae“ (Marien Schloß oder -Bollwerk)wurde durch Bischof Gerhard  gegründet, als Dank für den Sieg über Herzog Magnus I. von  Braunschweig-Wolfenbüttel in der Schlacht von Dinklar. Die Stiftungsurkunde wurde am 2. Mai 1388 ausgestellt. Die ersten Mönche kamen 1387 aus dem Kartäuserkloster Erfurt. Die Klosteranlage legte man zunächst außerhalb der Stadt Hildesheim an, vor dem „Dammtor“ (einem Tor der Dammstadt), im Westen der Stadt, auf Grund und Boden der Patrizierfamilie „von Rössing“. Erst im Jahr 1448 konnte die Kartause volle Eigentümerin des bebauten Grundes werden.

Am 20. Juni 1522 wurde die Kartause durch Einwohner der Stadt Hildesheim während der Stiftsfehde in Brand gesteckt. Im Jahr 1542 beschloss der Rat der Stadt, die Reformation in Hildesheim einzuführen und nach mehrmaliger Plünderung des Klosters in den Jahren 1542 und 1543 zogen sich die Mönche unter ihrem Prior Dietrich Loher zunächst nach Köln zurück. Als Loher im Jahr 1543 Prior der Kartause Buxheim bei Memmingen wurde, folgten ihm einiger Brüder auch nach Oberschwaben.

Am 30. Juli 1545 wurde das Kloster erneut geplündert. Den Klosterschatz und die Dokumente übernahm der Stadtrat. Teile der Gebäude nutzte man als Stadtbefestigung. Erst im Jahr 1613 konnten die Kartäuser das Kloster wieder besiedeln. Am 23. Juli 1626, während des Dreißigjährigen Krieges, zerstörten dänische Truppen und Einwohner Hildesheims die Kartause. Die Gebäude wurden im Jahr 1632 vollständig abgerissen.

Unter Fürstbischof Maximilian Heinrich wurde das Kloster 1659−1660 zum besseren Schutz in Gebäude innerhalb der Stadtmauern verlegt,  zwischen Domhof und Langelinienwall.  

Im Jahr 1708 trat Bernhard Aly, ein sogenannter „Beutetürke“ in das Kloster ein. Aly, der bei seiner Taufe den Namen Weißenburg erhielt, nach dem deutschen Namen seiner Heimatstadt Belgrad, war noch 1758 unter dem Ordensnamen Pater Josephus in der Kartause nachweisbar. 

Im Jahr 1777 hob man das Kloster auf, nachdem der Hildesheimer Fürstbischof Friedrich Wilhelm  von Westphalen, im Einvernehmen mit Papst Pius VI. und Kaiser Joseph II., das Vermögen und die Liegenschaften der Kartause zur Verbesserung der Einkünfte des Priesterseminars bestimmt hatte.  Die Mönche verlegte man in auswärtige Kartausen. Einen Teil der Bibliothek erhielt die Dombibliothek. Die Gebäude wurden zunächst als Priesterseminar, 1840 als Armenanstalt und Armenschule genutzt.

Am 11. Juni 1852 gründete der Hildesheimer Bischof Eduard Jakob Wedekin im sogenannten „Karthaus“, dem Südflügel der säkularisierten Kartause, das heute noch bestehende St.-Bernward-Krankenhaus. 

Das Barockportal des Kartäuserklosters ist ein letztes, sichtbares Zeugnis der Kartause. Die Strahlenmadonna, Johannes der Täufer und der Heilige, Bruno von Köln Gründer des Ordens der Kartäuser, stehen auf den Sockeln über dem Portal des „Karthaus“. Das Gebäude wird heute vom St. Bernwards-krankenhaus genutzt.


Quelle: http://www.hildesheimer-geschichte.de/die-kirche/kl%C3%B6ster/kart%C3%A4userkloster/

Ein Aufsatz über die Hildesheimer Kartause von Friedrich Eymelt:

Die Geschichte der Hildesheimer Kartause, Friedrich Eymelt
Ein Aufsatz über die Geschichte der Hildesheimer Kartause.
Aufsatz Kartause-Friedrich Eymelt.pdf
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der heutige Verwaltungsflügel des St. Bernward Krankenhauses
der heutige Verwaltungsflügel des St. Bernward Krankenhauses
Das ehemalige Tor der Kartause, mit Maria der Gottesmutter, Johannes dem Täufer und dem hlg. Bruno von Köln
Das ehemalige Tor der Kartause, mit Maria der Gottesmutter, Johannes dem Täufer und dem hlg. Bruno von Köln

Die Hildesheimer (Stadt)Kartause

Das Wappen der Kartäuser:

Die sieben Sterne versinnbildlichen die sieben Männer, die dem Bischof Hugo von Grenoble im Traum erschienen, jene sieben Männer, die dem Einsiedlerleben in der Chartreuse zustrebten. Darunter befindet sich eine Weltkugel, aus der das Kreuz erwächst.
Dies war zunächst das Wappen der ersten Kartause (der Chartreuse) und wurde später für den gesamten Orden übernommen mit dem Leitspruch in einer Banderole:
 
"STAT CRUX DUM VOLVITUR ORBIS"
Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht.

Im Schweigen vor dir, Herr

Will ich glauben lernen

Mein Gebet soll ein Hören sein

Auf dich und deine Liebe

Im Schweigen vor dir,Herr

Will ich glauben lernen

(Marianne Kawohl)

Die Wüste war von jeher nicht nur ein Ort großer Versuchungen, sondern auch des Kräfteschöpfens.

Alle wirklich Großen gingen, ehe sie an die Öffentlichkeit traten, in die Einsamkeit.

(Adalbert Ludwig Balling)

 

500 Jahre Heiligsprechung Bruno von Köln

Am 19. Juli 2014 jährt sich zum 500. Mal der Tag der Heiligsprechung des Gründers der Grande Chartreuse und damit des Ordens der Kartäuser. Papst Leo X. sprach ihn am 19. Juli 1514 heilig.

 
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Zunächst ein kurzer Blick auf den heiligen Bruno.
 
Bruno wurde in Köln um 1030 geboren. Er ging zum Studium an die Kathedralschule von Reims, die im ganzen christlichen Europa bekannt war. Dort schloss Bruno sein Studium ab und wurde Domherr des Domkapitels von Reims.
 
Aussagen ehemaliger Studenten bezeugen ihm eine hohe Qualität der Lehre und einen großen geistigen Einfluss auf sie. Sein Wissen, seine Integrität und seine Freundlichkeit waren berühmt. Bruno war ein großer geistlicher Lehrer und lebte im Zölibat.
 
Er hatte aber nicht die Priesterweihe empfangen, was aber in dieser Zeit nichts Außergewöhnliches war; denn es gab Regularkanoniker und Laien-Kanoniker. Selbst Papst Urban II., ein ehemaligen Schüler Brunos wurde erst acht Tage nach seiner Wahl zum Papst am 22.02.1088, am 02.03.1088 zum Priester geweiht.
 
Nach verschiedenen Auseinandersetzungen am Hof des Erzbischofs von Reims sah Bruno eine günstige Gelegenheit seiner inneren Neigung zu folgen. Mit einigen Gefährten führte er weit ab von Reims (Seche-Fontaine, Molesme) ein monastisches Leben. Das Besondere an Brunos Gründung war die Verbindung zwischen Eremitentum und Zönobitentum.
 
Bald (1084) aber verließ er mit sechs Freunden Burgund und machte sich auf den Weg nach Grenoble.  Bischof Hugo hatte kurz vorher einen Traum: er sah sieben Sterne, die den Weg zur Chartreuse zeigten. Als die sieben Gottsucher zu Bischof Hugo kamen, erkannte dieser, dass sie es sein mussten, die er im Traum sah, für die er ein Haus in der Wüste der Chartreuse bauen sollte. Hugo empfing die sieben Einsiedler mit großer Freundlichkeit und führte sie zu jener Einöde, die er gesehen hatte. Hier ließen sie sich die Sieben nieder. Sie begannen ein Leben voller Gebet und Kontemplation in Stille und Einsamkeit in den Bergen der Chartreuse. Bischof Hugues blieb sein ganzes Leben lang ihr Freund und Beschützer. 
 
Nur sechs Jahre waren seit der Ankunft in der Chartreuse vergangen, als im Frühjahr 1090 Papst Urban II., einer seiner ehemaligen Schüler (s. o.), Bruno als Berater zu sich nach Rom beorderte. Gebrochenen Herzens gehorchte er. Seine Brüder fühlten sich nach seiner Abreise entmutigt, ihre Berufung wankte. Doch nach kurzer Zeit rauften sie sich zusammen und setzten ihre Leben als Mönche fort, in der Zuversicht, dass Gott sie weiter führen werde.
 
Papst Urban spürte Brunos Sehnsucht nach der Einsamkeit. Er war bereit ihn wieder ziehen zu lassen, nach dem dieser selbst das Amt eines Erzbischofs ausgeschlagen hatte. Mit der Erlaubnis des Papstes durfte Bruno den päpstlichen Hof verlassen, aber nicht um in die Chartreuse zurückzukehren. In einer Einöde in Kalabrien (La Torre, Kloster „Maria dell` Eremo“) nahm Bruno das einsame kontemplative Leben wieder auf; und bald fanden sich wieder Begleiter um ihn, denen er ein Lehrer des geistlichen Lebens wurde.
 
Am 6. Oktober 1101 verließ Bruno diese vergängliche Welt, um voll und ganz in die Intimität mit Gott einzutauchen und sein Antlitz zu schauen.
 
 

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Abenteuer des Herzens mit Gott

Dom André Poisson, ehemaliger Ordensgeneral der Kartäuser, schrieb:
 
„Ich bin während der Entwicklung meines Gebetslebens in ein Abenteuer geraten, von dem ich weiß, dass andere eine analoge Erfahrung gemacht haben. […] Sie hat auf irgendeine Art sofort eine Quelle in der Tiefe meines Herzens sprudeln lassen, eine Quelle, deren Inhalt ich kaum in der Lage bin zu beschreiben, aber von der ich dennoch weiß, dass sie zwischen meinem Herzen und Gott eine unendlich tiefe und wahre Verbindung hergestellt hat.“
 
Dieser Satz findet sich in einem neuen Buch, das der evangelische Theologe Dr. Jörg Schneider aus dem Französischen übersetzt und mit einigen Erläuterungen versehen, im EOS-Verlag veröffentlicht hat. Als kenntnisreicher Freund der Kartäuser und ihrer Spiritualität besucht er jährlich für einige Tage die ehemaligen Kartause Sélignac in Frankreich. Die Mönche des Ordens haben das Kloster zwar 2001 verlassen, doch es befindet sich noch immer in deren Besitz.
 
In Sélignac erhalten Menschen, die sich für die Kartäuser und für ihr geistliches Leben interessieren, die noch nie da gewesene Möglichkeit, dieses Leben zu verstehen und gleichzeitig die Atmosphäre einer Kartause zu erspüren. Das ganze Jahr über können sich hier Männer und Frauen für eine gewisse Zeit zurückziehen. Sie leben in diesem Kartäuserkloster in allen ihnen zugänglichen Bereichen und verbringen so Einkehrtage oder Exerzitien – im Schweigen und in der Einsamkeit.
 
Einige ganzseitige Fotos mit Motiven der ehemaligen Kartause Sélignac vermitteln dem Leser einen kleinen Eindruck von der Klosteranlage. Dr. Schneider macht verdeutlicht mit Bildern und Texten dieses Buches, dem ich eine weite Verbreitung wünsche, Einfachheit und Stille. Zwar verwende die Sprache Bilder, aber diese seien „nur Abbilder und Annäherungsversuche“, schreibt er. Dagegen beschreibe die Sprache der Liebe „ziemlich gut das Verhältnis von Gott und Mensch“, auch wenn sie nur dem menschlichen Bereich entnommen sei. –
Es bedarf also der Begegnung des eigenen Herzens mit Gott.
Dom André Poisson
Über das Herzensgebet
und über das göttliche Gebet
Meditationen eines Kartäusers
EOS Verlag Sankt Ottilien, 2013-05-14
ISBN 978-3-8306-7588-4
Übersetzt, erläutert und bebildert von Jörg Schneider

Auf einsamer Straße zu Gott-Willibald Bösen

Angaben zum Buch:

 

Das Werk des Autors oder der Autorin Willibald Bösen mit dem Titel "Auf einsamer Straße zu Gott" erschien im Jahre 1987. Der Umfang des Werkes ist 192 Seiten. Das Buch ist im Verlag: Herder, Freiburg mit der 10-stelligen ISBN: 3451209977 und mit der 12-stelligen ISBN: 9783451209970 im Jahre 1987 erschienen .
 
Das Werk "Auf einsamer Straße zu Gott" von Willibald Bösen ist zur Zeit bei verschiedenen Anbietern erhältlich. Im Buchhandel werden derzeit mindestens 0 neue und 3 gebrauchte Exemplare des Titels angeboten.  Quelle

Botschaft des Schweigens : das verborgene Leben der Kartäuser / Robin Bruce Lockhart. Mit einem Nachw. zur dt. Ausg. von einem Kartäuser. [Aus dem Engl. übertr. von Mönchen der Kartause Marienau]
Quelle